Mittwoch, 31. Oktober 2018
Guter Saisonauftakt
Die ersten Herbststürme sind übers Land gezogen. Erwartungsgemäß aus West. Vor 3 Tagen drehte der Wind auf Nordost, dann einen Tag Ost und dann schon wieder Südwest. Immerhin gleichbedeutend mit ablaufendem Wasser. Da kann man ja mal kucken. Zumal tagsüber nochmal 18 °C waren - abends dann immerhin noch 13 °C. So richtig groß waren die Erwartungen nicht, das Wasser ja noch iel zu warm, nur 1-2 Tage Wind aus der richtigen Richtung auch noch nicht so überzeugend. Aber ich glaube, wir waren diesmal mit die Ersten. Zumindest wenn ich mir die Klunker ansehe, die mein Sohn aus dem Wasser gefischt hat. Der hat nämlich alles richtig gemacht und Gummistiefel angezogen. Es sei ihm sehr gegönnt. Den Familienvergleich hat er diesmal klar mit 111 g : 80 g gewonnen! Sein größter wiegt 15 g!



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Dienstag, 3. April 2018
Ostermontag zwischen Schneeresten
Man hätte meinen können, es sei ein übler Aprilscherz, der morgendliche Blick aus dem Fenster am Ostersonntag - 35 cm Neuschnee! Soviel gabs hier zuletzt vor 50 Jahren. Sagen die Meteorologen, ich kann es nicht wissen, so alt bin ich noch nicht (ganz). ;-) Ostermontag schien dann wieder wunderschön die Sonne, als wäre nichts gewesen. Stürmte es mit dem Schnee am Vortag noch aus Nordost, bliess es nun wieder aus West - ablaufendes Wasser am Prerower Nordstrand. Mein Sohn wäre gern mit mir zum Keschern rausgefahren. Der Blick auf die Webcam hat mich davor zurückgehalten. 500 Strandwanderer waren da gleichzeitig auf dem Bild. Alle Ostseerurlauber am Wasser. Da habe ich es vorgezogen, mit einbrechender Dunkelheit erst anzukommen und bei Kunstlicht zu suchen. Bis auf zwei Mitsammler, die mir im Nacken saßen beim Gang bis zum Nothafen, war es eine wunderschöne, friedliche Stimmung. Windstill, keine Wellen, vom Mond noch keine Spur. So sehr viel frische Ware ist aber nicht angespült worden oder ist am Tage bereits weggefunden worden. Ich war es trotzdem zufrieden. 75 Gramm. War es das nun mit der Bernsteinsaison oder kommt etwa nochmal eine Ostwindwetterlage?

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Samstag, 31. März 2018
Karfreitag am Ostseestrand
Meine Donnerstags-Strandfundewanderung habe ich um einen Tag verschoben, von Donnerstag auf Freitag. Grund: Heftiger Schneefall! Und das Ende März. Zusammen mit starkem Ostwind wäre das sehr ungemütlich geworden. Wie gut die Entscheidung war, war Freitagfrüh am Treffpunkt über 20 gutgelaunten Mitwanderern anzumerken. Die Sonne schien, der Wind wehte nur schwach aus West. Der Windwechsel über Nacht bescherte uns zudem ablaufendes Wasser und damit einen seeehr breiten Spülsaum - beste Bedingungen für Strandfunde! Und so ließ der erste Bernstein auch nicht lange auf sich warten. Von da an war es schwierig, die Gruppe zusammen zu halten. ;-) Ich musste immer mal wieder auf den Rückweg vertrösten, damit wir unser Ziel noch erreichen. Soviel Tüten habe ich ewig nicht herausgegen müssen, alle wollten ihre Schätze gut verstauen. Die Kinder waren natürlich besonders emsig. 20, 30, 40 - es wurden immer neue Beutelinhaltsangaben (in Stückzahl) verkündet. So macht eine Strandfundewanderung natürlich besonders Spaß, wenn alle erfolgreich und damit glücklich sind. :-)





Auf dem Hinweg habe ich ca. 50 Stück noch verschenkt, auf dem Rückweg kam ich dann auch nicht umhin, das eine oder andere Stück in die Hosentaschen zu stecken. Da stand der Beschluss eigentlich schon fest, mit meinem Sohn nochmal zurückzukehren...

Aber erstmal habe ich hauptsächlich Müll eingesteckt, wie jedes Mal bei meinen Strandfundwanderungen. Dieses Mal waren auffällig viele frisch zerschlagene Flaschen dabei. Was mir noch das explizite Lob eines der zahlreichen Bernsteinkescherer einbrachte, da abgebrochene Flaschen für Träger von Gummistiefeln oder Neoprenanzügen äußerst unangenehme Begegnungen verursachen kann. Mein 15 Liter-Müllbeutel war am Ende wieder gut gefüllt. Erstaunlich, war doch gerade 6 Tage zuvor Nationalpark-Küstenputz und die eifrigen Müllsammler waren auch am Prerower Nordstrand unterwegs.

Und wieder einmal war unter den unerfreulichen Fundstücken ein Quark- bzw. Frischkäsebecher aus DDR-Produktion mit eingeprägtem Mindesthaltbarkeitsdatum: 11.07.89! Das Stück war also knapp 30 Jahre im Meer unterwegs und noch ziemlich intakt! Erschreckend...



Da fällt mir noch der dazu passende Fund von neulich in Juliusruh ein: Eine Leberwurstdose aus der gleichen Zeitrechnung:



Ich glaube, dass auch die gelbe Speiseöl-Flasche aus Plaste, die hier oben auf im Müllbeutel liegt, noch für Mark und Pfennig der DDR seinen Besitzer gewechselt hat.



So, nun aber nochmal zum Bernstein. Zuhause angekommen, war Sohnemann gerade zu einem Freund verschwunden und meine Liebste wartete sehnsüchtig auf mich in der renovierungsbedürftigen Küche. Die Decke war schon gestrichen, so dass ich mich genötigt sah, mit einzusteigen und zumindest die Wände zu übernehmen. Die Sonne stand schon tief, als wir endlich zusammen aufbrechen konnten.

In Prerow angekommen, hatte der Wind wieder mächtig aufgefrischt und pustete aus Ost, was den Wasserstand wieder um einiges hat ansteigen lassen in meiner Abwesenheit. So waren einige Fundstellen vom Vormittag schon wieder überspült. Die vielen Bernsteinsammler mit ihren Keschern waren verschwunden. Wir hatten den Strand für uns allein. In etwas mehr als 2 Stunden sind wir bis zum Nothafen gelaufen, den kalten Ostwind zum Glück im Rücken. Das viele Bücken hält bekanntlich warm, aber wenn man mit den Händen 5 bis 10 Steinchen hintereinander aus dem 3 Grad kalten Ostseewasser fischt, dann ist erstmal eine Weile gar nichts mehr mit Aufheben drin und die Hand zur Wiederbelebung erstmal ganz tief in der Hosentasche vergraben.

Wir hatten diesmal nicht das ganz große Glück, aber für diesen kleinen Abendspaziergang war die Ausbeute doch auf jeden Fall beachtlich. Mein Sohn hat mich übrigens wieder mit 69 g zu 63 g geschlagen. ;-)


Meine Funde


und die meines Sohnes

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Mittwoch, 21. März 2018
Das Saisonende naht, also nochmal auf die Insel...
Auch wenn es für den Außenstehenden etwas verückt erscheint, nach Feierabend mal eben 120 km (eine Strecke) über den Asphalt zu düsen - das Datum Ende März besagt eindeutig, dass die Bernsteinsaison sich dem Ende neigt und die Tür für große Funde für eine ganze Weile erstmal wieder verschlossen bleibt. Also muss man einfach die Chance nutzen! (Vielleicht sollte man den Zusatz "wenn man bernsteinsüchtig ist" hinzufügen.)

Da das Sammeln zu zweit mehr Spaß macht, habe ich den Junior gefragt, der nur zu gern seine Bereitschaft erklärt hat, mich zu begleiten. Ankunft in Juliusruh gegen 17 Uhr. Erster Eindruck: Mehr Tang als alles andere - zumindest an der Stelle, wo ich vor ein paar Tagen war. Aber der Blick die Bucht entlang, offenbarte die frische Quelle: In der Ferne mehrere Menschen am Ufer in gebückter Haltung. Dort ebenfalls angelangt, mussten wir feststellen, dass wir nicht richtig gekleidet waren. Warm eingepackt waren wir schon, halbwegs wasserdichtes Schuhwerk auch am Fuß, aber um direkt an die Kante zu kommen, bedurfte es Gummistiefel. Verdammt! Wieder was dazu gelernt, was beim nächsten Mal unbedingt mitgeführt werden muss!

Es war ganz lustig anzusehen. Normalerweise sieht man ja seine Hobbykollegen um einen herum gehockt oder gebückt im Muschel-Rollholz-Gemisch mit einem Stöcken oder einer Harke pulen. Hier standen ein halbes Dutzend Leute aufgereiht am Ufer und schauten mit leicht gebeugtem Oberkörper in die Fluten. Mit jeder Welle wurde nämlich neuer Bernstein angespült und mit dem richtigen Schwung landete er auf dem bereits aus Algen gebildeten Sockel vor den Füßen und man musste sich nur noch bücken. Einige hatten auch eine Harke oder Stöckchen dabei, um beim Bergen etwas nachzuhelfen.

Tja, da das für uns keine Option war, zogen wir erstmal weiter und suchten im bereits vor ein paar Tagen angespülten Zeug nach dem Gold des Meeres. Da trotz mehrfachen Wendens nie immer alles gleich entdeckt wird (auch wir haben garantiert einiges noch übersehen), konnten wir hin und wieder ein paar kleine fossile Baumharzstücke in die Tasche stecken. Auf dem Rückweg (es war mittlerweile dunkel) haben wir gar nicht mitbekommen, dass wir plötzlich auf genau dieser Kante standen, wo bei Tageslicht die Leute noch auf den Bernstein einfach warteten.

Und tatsächlich, auch im Schein der Taschenlampen sahen wir hier immer wieder Bernstein anrollen. Einiges konnte man von der Kante oben absammeln, aber natürlich waren die immer wieder im Meer verschwindenen viel größer und schöner und - so ist es wohl bei jeder Sucht (sie riefen wie die Sirenen!) - irgendwann macht man den Schritt, um diesen einen Stein zu greifen... und: hat nasse Füße! Das habe ich einmal mit links gemacht und einmal mit rechts. Im Ergebnis hatte ich zwei schöne Steine in der Tasche, aber auch Wasser in den Schuhen.

Nun ja, ab jetzt war es auch egal, also weiter! Wer das Gefühl noch nicht kennt, nur durchs Bücken ins Schwitzen zu kommen, muss mal Bernstein sammeln gehen (die Betonung liegt auf "sammeln" - mit suchen hat das kaum noch was zu tun). Irgendwann standen wir doch in bzw. auf einer Algen-Sackgasse, um uns herum nur noch Wasser. Den ganzen Weg wieder zurück erschien unpopulär. Also wurden kurzerhand die Algenberge abgetragen und zu einem Damm aufgeschüttet, der uns dann ohne weitere Wassereinbrüche in die Schuhe zurück an Land brachte. Wenn man schon mit seinem Filius bis spät mitten in der Schulzeit unterwegs ist, darf es auch gleich gern noch ein bisschen Abenteuer sein!

Tja, da waren wir also auf dem Rückweg, das Suchen eigentlich abgeschlossen. Das Revier überließen wir den besser ausgerüsteten Sammlern mit Neoprenanzügen und Keschern. An einer Stelle leuchteten wir aber noch mal zum Wasser hin, auch noch ein bisschen zurück... und stürzten dann beide gemeinsam auf den dicken Brocken. Tja, der lag da einfach obenauf. Entweder sind die Kescher-Meister alle dran vorbeigelaufen oder eine Welle hatte ihn frisch dorthin geworfen. Nun war er unser! Größter bisheriger Fund! 26 g bringt er auf die Waage! Damit wir uns nicht streiten, wer ihn gefunden hat und behalten darf: Er ist unser gemeinsames Vater-Sohn-Eigentum. :-)

Hier ein paar erste Fotos:



Die Euromünze ist natürlich rausgewogen, also mit Münze Waage genullt, Bernstein rein = 26 g.

Und hier nochmal in gereinigtem Zustand:


Alles zusammen hat 154 g auf die Waage gebracht.

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Montag, 5. März 2018
Nachlese in Juliusruh
Vor fast genau 5 Jahren war ich das letzte Mal in Juliusruh auf Bernsteinsuche. Damals war die Ausbeute eher bescheiden. Heute waren die Bedingungen etwas besser, es lag einiges an frisch angespültem Rohmaterial am Strand. Aber es ging hier nur noch um Nachlese, das ganze Zeug war bereits vom untersten zum obersten gekehrt. Aber der eine oder andere bleibt dabei ja zum Glück noch unentdeckt, so dass jeder noch was findet. Und da ich ja auch die kleinen Splitter nehme, hatte ich reichlich aufzupicken.

Hier zwei Fotos von der Ausbeute: Nach den ersten 4 Stunden musste ich mich erstmal aufwärmen und bin danach nochmal los - deshalb habe ich zwei verschiedene Taschen gesammelt... in Summe waren es dann 130 Gramm.



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Samstag, 17. Februar 2018
100 g Marke geknackt
Da ist man mal eine Woche nicht im Lande (irgendwann muss ja auch mal Urlaub sein) und plötzlich kommt der Sturm mal aus der richtigen Richtung - worauf wir nun schon seit über einem Jahr gewartet haben! Ich habs dann auch nur zufällig mitbekommen, weil meine Donnerstag-Bernsteinwanderung mal wieder stattgefunden hat und ich selbst überrascht war über das ganze gute Rohmaterial. Da kam für jeden was zusammen, zum Teil sogar sehr schöne Stücke wie das hier zum Beispiel:



Eine andere Familie sammelte immer schön in ein Töpfchen:



Ich hab meine Funde reihum verteilt. Aber als ich nach Hause kam und meinem Sohn davon erzählt habe, wollte er unbedingt gleich nochmal los. Was mir nicht unrecht war und nach vier Stunden bücken, scharren, wühlen, stochern (zum Teil waren die Harz-Steinchen im Eis eingefroren!) war die Ausbeute dann doch so erheblich, dass ich mich nicht erinnern kann, jemals soviel am Stück gefunden zu haben! Das musste dann auch gewogen werden: Über 100 Gramm! Wow! Und das zwei Mal! Wobei der Junior mich sogar noch übertroffen hat - am Ende stand es 112 g : 106 g.



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Freitag, 24. November 2017
Die Bernsteinsaison hat doch noch gar nicht angefangen...
... weil einfach noch kein Sturm aus der richtigen Richtung bisher blies in diesem Herbst. Aber bei fast frühlingshaften 13 °C kann man sich ja trotzdem mal auf Suche begeben, ohne dass man Gefahr läuft, dass einem die Finger abfrieren. Und das war das Ergebnis:





Die Trennlinie ist, weil wir zu zweit gesammelt haben. Oben meine, unter die von meinem Sohn.

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Donnerstag, 11. Mai 2017
Eigene Ausbeute bei Donnerstagsführung
Seit diesem Jahr biete ich nun jeden Donnerstag eine Bernsteinwanderung an - wobei es nicht nur um Bernstein geht, sondern generell um Funde am Spülsaum. Los gehts immer um 9 Uhr ab Parkplatz Bernsteinweg im Ostseebad Prerow.

Mit bis zu 20 Leuten im Schlepptau hat man in der Regel keine Zeit zum Suchen. Und das, was ich finde, verschenke ich dann meist an die, die noch nichts gefunden haben.

Heute waren wir mal gerade zu fünft und wenn die Interessen in etwa gleich liegen, kann man auch schon etwas länger an einem Ort suchen. Zumal von voriger Woche noch genug "Rohware" rumlag. Und so kam dann Krümchen für Krümchen zusammen und wurden auch größer... Das meiste habe ich aber doch auf dem Rückweg, als ich dann allein für mich suchen konnte, aufgelesen. Aber meine Gäste haben auch alle eine kleine Handvoll mitnehmen können. Sogar bis in die Schweiz!

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Samstag, 6. Mai 2017
4 Tage Nordost-Wind
Zwar kein doller Sturm, aber mit 4-5 wehte es konstant aus Nordost die letzten Tage. Gestern flaute der Wind ab, die Pegel fielen. Heute früh um 8 Uhr am Prerower Nordstrand. Die Prerower Kescherer waren alle schon eine Weile am Werk. Wir (diesmal Familienausflug zu dritt) gingen wieder mit Stöckchen zu Werke. Und jeder von uns hatte bald ein paar schöne Stückchen gefunden. Wir hatten heute noch was anderes vor, also wurde nach drei Stunden zum Rückzug geblasen. Unsere Ausbeute war doch ganz erfreulich:

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Samstag, 11. März 2017
Göhrener Reste
Nicht erwähnenswert die Ausbeute, aber der Vollständigkeit halber und weil sich doch auch jemand darüber gefreut hat:

Ein Wochenende auf Rügen mit einem Freund, das wir abwechselnderweise mit Strandspaziergängen und Großsteingrabbesuchen verbracht haben. Einzige Fundstelle, die aber auch schon x-mal durchsucht war: am Strand von Göhren.



Über die Splitterchen in der Flasche hat sich der Sohn meines Freundes sehr gefreut! :-)

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